Produktfeedback für Ingenieure und Entwicklungsabteilung

/Produktfeedback für Ingenieure und Entwicklungsabteilung
Produktfeedback für Ingenieure und Entwicklungsabteilung2019-01-08T23:03:45+01:00
  • Wahre Entwicklungsprünge kommen aus der Technik?
  • Die Zahl der Patente ist wichtiger als die der Kundengespräche?

Wir von Evolute glauben das Patente und technische Entwicklungen wichtig sind, wollen aber im Folgenden aufzeigen, warum Produktfeedback und Dialog mit den Kunden insbesondere für die Produktentwicklung ähnlich wichtig ist.

Entwicklungskosten & Entwicklungsgeschwindigkeit

Manche Entwicklungsprojekte entstehen aus einem Gefühl heraus. Oder weil man eine Lücke im Portfolio schließen “muss”. Und das Team beginnt zu entwickeln…. – im Besten Fall gibt es ein Lastenheft, geschrieben z.B. vom Produktmanagement oder Vertrieb.

  • Doch wie sicher ist es, dass der Kunde / Anwender tatsächlich diesen Bedarf hat?
  • Wie sicher ist es, dass dieses Lastenheft genau auf den Bedarf antwortet?

Je mehr Informationen Ihr anfangs von dem Bedarf Eures Kunden habt, desto passender lässt sich ein Produkt entwickeln.

Informationen vom Anwender und Fakten helfen:

  1. nicht zu viel Geld für Funktionen zu investieren die der Kunde nicht benötigt
  2. lange, interne Diskussionen zu vermeiden – denn die Informationen des Kunden sind ja valider als alle Mutmaßungen der verschiedenen Kollegen.

Die Erstinformation könnte jetzt – die Marktforschung, die Marketingabteilung oder der Vertrieb einholen. Damit ist der Prozess des Dialogs mit dem Anwender bzw. Kunden jedoch nicht zu Ende.

“Hätte ich die Kunden gefragt, was sie wünschen hätten sie gesagt, schnellere Pferde” hat Henry Ford einmal gesagt.

Für die moderne Produktentwicklung heißt das, ein Produkt lässt sich nur so passend für den Kunden entwickeln, indem man ihn ständig fragt. Die Agile Produktentwicklung schlägt einen Entwicklungsprozess vor, der auf ein frühes Brainstorming, frühe Simulation und frühe Prototypen setzt. Je mehr Prototypen die Anwender sehen und bewerten, desto besser kann das Produkt später deren Bedarf beantworten. Wichtig ist nun nicht nur das Entwickeln von den Prototypen, sondern auch das konsequente Einholen von Kundenmeinungen und Produktfeedback zu diesen.

Ein Beispiel für den Geschwindigkeitserfolg von Agiler Produktentwicklung beschreibt Bosch hier: https://www.bosch-presse.de/pressportal/de/de/mit-agiler-produktentwicklung-schnell-zum-erfolg-42983.html

Innovation vs. Invention

Hast Du Dich auch schon einmal gefragt, nicht das Produkt wo Ihr am meisten Erfindungen und technischen Fortschritt reingebracht habt das erfolgreichste ist, sondern ein „ganz alltägliches“?

Verschiedene Beispiele aus der Vergangenheit zeigen, dass die rein technische Invention für die meisten Anwender oft gar nicht mehr wahrnehmbar ist, während Innovationen, also Neu-Anordnungen oder Integrationen von Kunden mehr gesehen werden.

Während Invention die Erfindung, also der technische Fortschritt ist, ist Innovation das Umsetzen von etwas Neuem, das nicht zwingend mit einer technischen Erfindung einhergeht. (siehe auch: http://fresh.management/invention-innovation/ oder https://www.wired.com/insights/2015/01/innovation-vs-invention/ )

Hervorragende Beispiele sind hier die Appleprodukte, die sich weltweit großer Beliebtheit erfreuen. Apple hat weder die Maus erfunden, noch das Touchscreen-Display. Apple hat diesen Produkten aber zum Durchbruch verholfen und sie so gut integriert, dass das IPhone nach wie vor eins der meistgenutzten Smartphones ist.

Usability, Anwendbarkeit & Design

Was hat Design denn bitte mit Engineering und Entwicklung zu tun? – wird sich jetzt der ein oder andere Fragen.

Ja, manches Design wird von reinen Designern übernommen oder von der Marketing-Abteilung.

Die Nutzbarkeit, Praktikabilität oder Gebrauchstauglichkeit, also die (englisch: usability) des Produkts sind wichtige Kriterien, die jeder Ingenieur mit einplanen sollte.

Oft sind es die kleinen technischen Dinge, die ein Produkt für den Monteur oder Arbeiter, also den Anwender leicht zu gebrauchen oder schwierig machen.

Nehmen wir einmal an, es lässt sich durch gutes Design bei der Montage jeden Tag zweimal ein schwieriger Handgriff einsparen. Eine Schraube ist zweimal am Tag viel einfacher zu erreichen als vorher.

Wie viel Effekt hat das auf den Monteur bzw. Arbeiter?

Es gibt viele Beispiele, bei denen ein gutes technisches Design Anwendern viel Arbeit oder Frust erspart hat.Um ein Produkt zu entwickeln mit denen Monteure und Arbeiter gerne arbeiten, ist es wichtig viel Produktfeedback einzuholen und zu integrieren.

Kundennutzen und Wert des Produktes (für den Kunden)

Viele technische Entwicklungsabteilungen oder Innovationsmanager fragen sich oft, welche Innovation das nächste große Erfolgsprodukt werden könnte. Manchmal wird dann, quasi zwangsweise, irgendwas neues technisches entwickelt – und ganz lange wird die Frage gestellt: Brauchen die Kunden dies überhaupt?

Wer jedoch, angetrieben durch regelmäßiges Produktfeedback zu bestehenden Prodkukten direkt weiß, wonach Anwender oft oder lange nachgefragt haben, kann sich bei der Entwicklung sicher sein, dass es ein paar Kunden mti Bedarf geben wird. Weiter kann er sicher sein, dass Kunden das Produkt „wertvoll“ finden, denn es bringt ihnen konkret eine angefragte neue Funktion.

Was für ein Feedback benötigen Ingenieure?

Feedback, das für die Produktentwicklung interessant ist, sollte

  • Konkret und praktisch sein, z.B. mit einem Foto
  • Fachlich so detailliert, dass sich der Bereich der verbessert werden soll, eindeutig erkennen lässt.

Aus diesen Anforderungen ergibt sich, dass Feedback nicht theoretisch aus einer Diskussion/ Befragung kommen sollte, sondern aus der Praxis vom Feld.

Da wichtigste Feedback ist jedoch, überhaupt Feedback zu erhalten. Und dafür muss man als Entwicklungsabteilung „werben“. Damit Kunden sich die Mühe machen, Produktfeedback zu geben.